CORONA-Pause im Bastelkeller verbringen

Die uns seit Wochen verordnete Zwangspause bietet natürlich auch Zeit, sich mit Dingen zu beschäftigen, zu denen man während eines normalen Veranstaltungsjahres kaum kommt.

Drumriser - ganz sicher kein tontechnisches Gerät und damit nicht unbedingt das, was uns als FOH- oder Monitormixer brennend interessiert. Aber der Ausflug in den Bastelkeller kann gerade in dieser Zeit doch sehr entspannend sein.



Bei FOH-Jobs in meinem Stammhaus, in Lichtentanne, störte mich schon seit Längerem, dass auf der 7 Meter breiten und nur 3-4 Meter tiefen Bühne oft der Drummer nicht zu sehen war. Die freie Sicht zu den Drums wurde hier Publikum (und mir) häufig vom Leadsänger der Band versperrt.


Also musste irgendwann ein Drumriser her.


Üblicher Weise bestehen die hier eingesetzten Drumsets aus Kick, Snare, 1-2 Racktoms, einer Standtom, HiHat und 2-3 Beckenständern. Also untersuchten wir zunächst, welchen minimalen Flächenbedarf ein derartiges Drumset tatsächlich hat. Um einen Drumriser, der so klein wie möglich sein sollte, zu beschaffen.


Die Podestbreite war dabei nicht das Problem, hier konnten wir dem üblichen Rastermaß industriell gefertigter Produkte folgen und legten diese mit 2 Metern fest. Das Problem war die Podesttiefe. Hier zählte jeder eingesparte Zentimeter, um dem i.d.R. direkt vor den Drums agierenden Leadsängern, auf der mit nur 3-4 Meter tiefen Bühne, noch genügend Aktionsfläche zu lassen.


So ermittelten wir 1,80 Meter als Mindestmaß für die Tiefe eines Drumpodeste, die für uns gleichzeitig auch das Höchstmaß darstellten. Damit war klar, dass handelsübliche Stagesegmente nicht die Lösung sein konnten, wollte man keine Sonderanfertigung herstellen lassen und die damit sehr wahrscheinlich einhergehenden Sonderkosten schlucken.


Also musste kurzerhand ein Drumriser im Eigenbau gefertigt werden, dessen Flächenmaße einerseits an die doch eher kleine Bühne vor allem in der Tiefe optimal angepasst sein sollte, andererseits möglichst schnell und ohne Werkzeug, zur Not auch von nur einer Person, auf- und abgebaut, bzw. aus und in das Lager bewegt werde kann.


Recherchen im Netz führten mich dann zu einem amerikanischen Hersteller Namens Sweet Riser, der heute offenbar nichtmehr am Markt ist. Man findet aber noch YouTube-Videos, die seine Produkte zeigen.


Komplett aus Sperrholz, ein paar Metern Aluwinkelprifil, 4 Kofferecken und 4 qm strapazierfähigem Teppich entstand dann mein WOODRISER im Bastelkeller.


Die Holzzuschnitte habe ich beim Lieferanten machen lassen und so benötigte ich zum Selbstbau neben einem Bleistift, Anschlagwinkel, Zollstock und ein paar gerade Leisten, nur eine elektrische Oberfräse, die man auf jedem Baumarkt für 50 EUR oder günstiger schießen kann.


Vielleicht ist das ja eine Anregung für Dich, für Deine Band oder für Deinen Club, einen solchen Drumriser selbst zu fertigen.


Die Zeit für Exkurse ins Tischlerhandwerk ist gerade ideal, denn auf den Bühnen und in unseren Klubs herrscht FUNKSTILLE und das womöglich noch wochenlang.

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